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Schottnetz

Kabel im notwendigen Flur: Was die Leitungsanlagen-Richtlinie verlangt

In notwendigen Fluren und Treppenräumen dürfen Leitungen nur so verlegt werden, dass sie im Brandfall den Rettungsweg nicht gefährden. Nach der Muster-Leitungsanlagen-Richtlinie (MLAR) sind offen verlegte Leitungen dort nur in engen Grenzen zulässig. Sonst werden sie abgetrennt, etwa über einer Unterdecke mit Feuerwiderstand, in einem Installationskanal wie I 30 oder in Wänden und Schlitzen. Was im Einzelfall gilt, ergibt sich aus Brandschutzkonzept und Bestand.

Redaktion: Simon Woytewicz und Tim Basinski, Schottnetz · Stand

Was ein notwendiger Flur ist

Notwendige Flure und Treppenräume sind die Rettungswege eines Gebäudes. Über sie verlassen Menschen im Brandfall das Haus, und die Feuerwehr kommt hinein. Deshalb gelten dort strengere Regeln für Brandlasten, auch für Kabel und Leitungen. Welche Flure notwendige Flure sind, steht im Brandschutzkonzept oder in den Bauunterlagen.

Wann Kabel offen liegen dürfen

Die MLAR lässt offen verlegte Leitungen in Rettungswegen nur in engen Grenzen zu, zum Beispiel einzelne Leitungen, die den Flur selbst versorgen, oder Leitungen aus nichtbrennbaren Baustoffen. Eine volle Kabeltrasse mit Datenleitungen für die angrenzenden Büros gehört in der Regel nicht offen unter die Decke eines notwendigen Flurs.

Die üblichen Lösungen

  • Unterdecke mit Feuerwiderstand, über der die Leitungen liegen
  • Installationskanal oder Bekleidung der Trasse, zum Beispiel I 30
  • Verlegung in Wänden, Schlitzen oder im Estrich
  • Nachgewiesene Kabelbeschichtungen oder Bandagen, wenn das Brandschutzkonzept sie vorsieht

Häufige Mängel in der Praxis

  • Nach einem Umbau liegen neue Kabel offen unter der Flurdecke.
  • Revisionsöffnungen oder Platten der Unterdecke wurden für Arbeiten geöffnet und nicht wieder geschlossen.
  • Leitungen führen durch die Flurwand in angrenzende Räume, ohne dass die Durchführung abgeschottet ist.

Häufige Fragen

Darf die Unterdecke im Flur für Arbeiten geöffnet werden?

Ja, aber danach muss sie wieder vollständig geschlossen werden. Eine offene Unterdecke verliert ihre Schutzwirkung.

Wer beurteilt, welche Lösung passt?

Grundlage ist das Brandschutzkonzept. Ein Fachbetrieb für baulichen Brandschutz sieht sich die Trasse vor Ort an und schlägt eine nachgewiesene Lösung vor.

Quellen

  1. Muster-Leitungsanlagen-Richtlinie (MLAR), Bauministerkonferenz
  2. Bauordnung für das Land Nordrhein-Westfalen (BauO NRW 2018)

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